HVAC/R-Kältemittelleckeerkennung
Die Gründe, Vorgehensweisen und Grundlagen für die Erkennung und Behebung von Lecks

Warum ist die Lecksuche wichtig?
- Systemeffizienz: Kältemittel sind ein wichtiger Bestandteil einer Klimaanlage. Bei einem Kältemittelleck verliert Ihre Klimaanlage ihre Fähigkeit, effektiv zu kühlen oder zu heizen.
- Auswirkungen auf die Umwelt und Einhaltung von Vorschriften: Kältemittel können zum Abbau der Ozonschicht oder zur globalen Erwärmung beitragen, wenn sie in die Atmosphäre gelangen. Jedes Kältemittel wird anhand von drei Kennwerten bewertet: GWP, CO2e und ODP. Das Treibhauspotenzial (GWP) misst, wie viel Wärme ein bestimmtes Gas in der Atmosphäre zurückhalten kann. Das CO2-Äquivalent (CO2e) setzt das Treibhauspotenzial des Kältemittels mit der Menge an CO2 gleich, die erforderlich wäre, um die gleiche Wärmemenge zu speichern. Das Ozonabbaupotenzial (ODP) schließlich ist eine Bewertung der Fähigkeit des Kältemittels, das Ozon in der Stratosphäre zu zerstören und damit die Fähigkeit der Stratosphäre zu verringern, die ultraviolette Strahlung der Sonne zu absorbieren.
EU-Vorschriften: Die europäische F-Gas-Verordnung zielt darauf ab, die Emissionen von fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen) zu reduzieren, die in Kühl-, Klima- und anderen industriellen Anwendungen verwendet werden. Durch die schrittweise Reduzierung des Einsatzes dieser Kältemittel fördert die Verordnung den Übergang zu nachhaltigeren Alternativen und verbesserten Verfahren zur Lecksuche und -beseitigung. Diese Maßnahmen unterstützen die übergeordneten Klimaziele der EU und fördern Innovationen im Bereich umweltverträglicher Technologien. Die Zertifizierung nach EN 14624 ist ebenfalls erforderlich, um sicherzustellen, dass ein Lecksucher die europäischen Normen für Leistung, Zuverlässigkeit und Empfindlichkeit bei der Erkennung von Kältemittelgasen erfüllt. Leckdetektoren müssen in der Lage sein, mindestens 5 Gramm pro Jahr an Leckagen zu erkennen, und sie müssen jährlich nach dieser Norm neu zertifiziert werden. Geräte, die der Norm EN 14624 entsprechen, gewährleisten eine genaue und konsistente Leckageerkennung gemäß den Anforderungen der F-Gas-Verordnung und helfen Technikern dabei, die Konformität aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren.
- Kostenauswirkungen: Ein System mit einer geringen Kältemittelfüllung führt dazu, dass die Komponenten stärker beansprucht werden, mehr Energie verbrauchen und schneller verschleißen, was zu vorzeitigem Ausfall und teuren Reparaturen führen kann.
Erkennen und Beheben von Kältemittellecks
1.) Achten Sie auf Anzeichen für ein Leck und identifizieren Sie diese.
- Schlechte Systemleistung – Reduzierte Kühl- oder Heizleistung.
- Hohe Energiekosten – Ein System mit zu wenig Kältemittel arbeitet stärker und verbraucht mehr Energie, insbesondere der Kompressor.
- Sichtprüfung: Achten Sie auf sichtbare Anzeichen von Lecks. Überprüfen Sie die Kältemittelleitungen und -anschlüsse auf Ölflecken, Korrosion, Eisansammlungen oder sichtbare Schäden. Überprüfen Sie die Verdampfer- und Kondensatorspulen auf Anzeichen von Beschädigungen oder Verschleiß.
Hinweis: Es ist wichtig, das Problem zu verstehen – wie viel Kältemittel ausgetreten ist (falls überhaupt), wie lange es bereits austritt, ob sich noch Kältemittel im System befindet und um welche Art von Kältemittel es sich handelt, sind alles wichtige Fragen, die ein Techniker berücksichtigen sollte.
2.) Überwachen Sie die Systemleistung – Abweichungen bei bestimmten Parametern deuten oft auf einen Verlust der Kältemittelfüllung hin.
- Überprüfen Sie die Überhitzung und Unterkühlung auf Unregelmäßigkeiten und beachten Sie dabei die Herstellerangaben.
- Stellen Sie mit einem Manometer sicher, dass der Systemdruck den Herstellerangaben entspricht.
3.) Verwenden Sie Lecksuchgeräte.
- Elektronische Kältemittellecksucher – Dies ist die effizienteste Methode zur Lecksuche. Sie erkennen selbst geringste Mengen an Kältemittel und können dabei helfen, die genaue(n) Leckstelle(n) zu lokalisieren. Es stehen verschiedene Technologien für elektronische Lecksucher zur Auswahl. INFICON bietet ein umfassendes Sortiment an Lecksuchgeräten, darunter Infrarot-, Heizdioden- und Ultraschallgeräte. Erfahren Sie hier mehr über unser Sortiment an Lecksuchgeräten.
- Ultraschall-Leckdetektoren – Die Ultraschall-Leckprüfung kann bei nicht-traditionellen Anwendungen oder in windigen oder lauten Umgebungen hilfreich sein, da das Gerät nach einem Leck „lauscht“, anstatt es zu „erschnüffeln“. Weitere Informationen zur Ultraschall-Leckprüfung und dazu, ob sie für Ihre Anwendung geeignet ist, finden Sie in unserem Artikel hier.
- Seifenblasen – Diese Methode ist zwar weniger empfindlich als elektronische Lecksucher, kann jedoch dabei helfen, größere Lecks zu identifizieren. Sie ist kostengünstig, aber nicht so effektiv. Seifenblasen können nützlich sein, um die Stelle eines Lecks nach der Erkennung mit einem elektronischen Lecksucher zu überprüfen und zu bestätigen.
- UV-Farbstoff – Bei dieser Methode wird Farbstoff in das System injiziert, um Lecks von außen zu identifizieren. Der Farbstoff zirkuliert mit dem Öl und wird unter UV-Licht an den Leckstellen sichtbar. Bei diesem Ansatz muss man warten, bis sich der Farbstoff im gesamten System verteilt hat.
Hinweis: Überprüfen Sie vor der Reparatur immer die Quelle des Lecks. Überprüfen Sie den verdächtigen Bereich erneut mit der von Ihnen gewählten Detektionsmethode. Sie können das System mit Stickstoff oder Formiergas (95 % Stickstoff/5 % Wasserstoff) unter Druck setzen, um einen Druckabfalltest durchzuführen und sicherzustellen, dass keine weiteren Lecks vorhanden sind.

4.) Reparieren Sie das Leck.
- Ziehen Sie lose Anschlüsse oder Verbindungen nach Bedarf fest.
- Ersetzen Sie beschädigte Komponenten wie Kältemittelleitungen, Ventile, Spulen usw., um weiteren Kältemittelverlust zu verhindern (entnehmen Sie das Kältemittel aus dem System, bevor Sie Komponenten austauschen oder größere Reparaturen durchführen).
5.) Entleeren, nachfüllen und prüfen.
- Entnehmen Sie das restliche Kältemittel mit einem Kältemittel-Rückgewinnungsgerät aus dem System und füllen Sie es in einen Kältemittel-Rückgewinnungszylinder.
- Erzeugen Sie mit einer Vakuumpumpe ein Vakuum im System. Dadurch werden Luft und Feuchtigkeit aus dem System entfernt, die bekanntermaßen die Effizienz beeinträchtigen und möglicherweise Schäden am System verursachen können. Die empfohlenen Vakuumwerte (in der Regel etwa 400–500 Mikrometer) entnehmen Sie bitte den Herstellerangaben. Zur Überwachung des Vakuumgrades wird neben der Pumpe ein Vakuummeter verwendet. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, einen Vakuumgrad unter 5.000 Mikrometer zu erreichen, könnte dies ein Hinweis auf ein Leck im System oder in den Schläuchen sein. Die richtige Einrichtung, Bedienung und Wartung der Vakuumpumpe gewährleistet den Erfolg dieses Schritts.
- Das System mit dem richtigen Kältemittel und der richtigen Menge auffüllen. Verwenden Sie eine Kältemittel-Rückgewinnungsmaschine und eine Kältemittel-Füllwaage, um eine präzise Befüllung sicherzustellen.
- Erneut auf Undichtigkeiten prüfen und die Systemleistung überprüfen (P&T).

Es ist wichtig, Kältemittellecks umgehend zu beheben, da dies zur Gewährleistung der Systemeffizienz beiträgt, unnötige Umweltschäden verhindert, die Einhaltung der EPA-Vorschriften sicherstellt und kostspielige Geräteausfälle/Ausfallzeiten vermeidet. Weitere Informationen zu den INFICON-Werkzeugen für die HLK-Wartung finden Sie auf unserer Seite zu HLK/K-Werkzeugen hier.