Dichtheitsprüfung in der Klimatechnik: Einhaltung von Qualitäts-, Klimaschutz- und Sicherheitsstandards

Wachsende Anforderungen an umweltfreundliche und energieeffiziente Systemen.

Gewerbliche Kühlanlagen

Heute prägen mehrere wichtige Faktoren die Herangehensweise an die Lecksuche in der gesamten Kälte-/Klima-Branche (HVAC-R). Von strengeren Energieeffizienzstandards und dem Trend zu energieeffizienten Kälte-/Klima-Anlagen bis hin zu höheren Erwartungen hinsichtlich der Qualitätskontrolle von Kälte-/Klima-Produkten, der Umweltverantwortung und der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften – all diese Faktoren definieren die Produktionsanforderungen neu. Das Verständnis dieser Faktoren ist für Hersteller unerlässlich, die wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig hochwertige, normkonforme und zukunftsfähige Kälte-/Klima-Produkte liefern wollen.

Strengere Energieeffizienzstandards

Seit Jahren geht der Trend im Bereich HVAC-R in Richtung größerer Energieeffizienz und mehr Umweltfreundlichkeit. So müssen seit 2021 alle Kühlgeräte mit dem neuen EU-Energielabel gekennzeichnet sein, das auf den neuen, strengeren Energieeffizienzklassen A-G basiert. Energiesparendere Anlagen bestehen jedoch meist aus kleineren, komplexeren Teilen, deren Dichtheitsprüfung durchaus anspruchsvoller ist. Selbst das kleinste Leck kann die Systemleistung und -effizienz beeinträchtigen, weshalb zuverlässige Prüfungen unerlässlich sind.

Da die Energieeffizienzstandards weltweit immer strenger werden, müssen Hersteller sicherstellen, dass jede Komponente strenge Leistungskriterien erfüllt. Eine fortschrittliche Lecksuche ist nicht mehr optional – sie ist zu einem grundlegenden Bestandteil von Konstruktions- und Produktionsprozessen geworden. Dieser Fokus unterstützt nicht nur die Einhaltung von Vorschriften, sondern hilft Unternehmen auch, sich in einem hart umkämpften Markt von der Konkurrenz abzuheben.

Bessere Produktqualität und Zuverlässigkeit

Wenn es darum geht, das sinnvollste, qualitätssicherndste und kostengünstigste Dichtheitsprüfverfahren für einen spezifischen Einsatzzweck zu finden und zu implementieren, sollten Hersteller wie Zulieferer stets die Kosten-Nutzen-Relation im Blick behalten. Dabei hängt die Auswahl nie allein davon ab, gegen welche Grenzleckrate die Dichtheit einer Komponente oder einer Anlage zu prüfen ist. Bei der Wahl der optimalen Methode spielen immer auch Faktoren wie Automatisierbarkeit, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Prüfung eine Rolle.

Leckprüfung bei Kältemaschinen
chiller leak detection

Eine zuverlässige Lecksuche ermöglicht eine gleichbleibende Leistung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg und reduziert so Gewährleistungsansprüche und kostspielige Ausfälle im Einsatz. Durch den Einsatz automatisierter und reproduzierbarer Prüfverfahren können Hersteller ihre Produktion ausweiten, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Warum gewinnen natürliche Kältemittel wie R290 und R600a zunehmend an Beliebtheit?

Die Klimaschädlichkeit und das hohe Treibhausgaspotenzial von fluorierten Kältemitteln haben die Europäische Union dazu veranlasst, deren Verwendung stufenweise zu verbieten. Die jüngste Änderung der Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase (bekannt als F-Gas-Verordnung) ist am 11. März 2024 in Kraft getreten. Für die unterschiedlichen Verbotsstufen in der Verordnung ist das Global Warming Potential (GWP) der Gase entscheidend. Diese Verbote bringen die Kälte- und Klimaanlagen-Branche in Bewegung und sind ein entscheidender Treiber für gesteigerte Umweltfreundlichkeit. So wird beispielsweise das früher allgegenwärtige R-134a mit seinem GWP von 1.430 (ausgedrückt in CO2-Äquivalenten) über kurz oder lang völlig verschwinden. 

Früher vernachlässigte Kältemittel mit niedrigerem GWP sind in der Branche dagegen auf dem Vormarsch – etwa R-744 (CO2), R-600a (Isobutan) oder R-290 (Propan). Der GWP-Wert von CO2 liegt definitionsgemäß bei 1, der der anderen beiden natürlichen, aber brennbaren Kältemittelgase bei 3. All diese Veränderungen können auch die Anforderungen an die Dichtheit der Komponenten und an die gewählten Prüfverfahren beeinflussen.

Klimaanlagen auf dem Dach
AC units

Welche Sicherheits- und behördlichen Anforderungen gelten für die Lecksuche in Kälte-/Klima-Anlagen?

Alternative gasförmige Kältemittel von R-290 (Propan) bis R-600a (Isobutan) setzen sich immer mehr durch – aus Umweltschutzgründen und wegen der regulatorischen Bestimmungen der F-Gas-Verordnung. In den Fertigungslinien sorgen die natürlichen Kältemittel allerdings für neue Herausforderungen – denn sie sind leicht brennbar. Die natürlichen Kältemittelgase fallen ebenso unter die ATEX-Verordnung der EU (ATEX = franz. Atmosphères Explosibles) wie unter die US-Norm NEC Art. 501. Die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU enthält einheitliche, für die gesamte Europäische Union geltende Vorschriften für den Verkauf und die Inbetriebnahme von Geräten und Schutzsystemen in explosionsgefährdeten Bereichen. Als ATEX-Zone 2 gilt ein Bereich, in dem eine explosionsfähige Atmosphäre als Gemisch aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen oder Nebeln normalerweise nur kurzzeitig oder gar nicht auftritt, das heißt auf das gesamte Jahr gesehen für weniger als zehn Stunden. 

Man darf davon ausgehen, dass die Fertigungslinien von Kühlsystemen bei der Verwendung natürlicher Kohlenwasserstoff-Kältemittel als ATEX-Zone 2 einzuordnen sind. Dadurch greifen spezifische Vorschriften: Betreiber sind verpflichtet, eine Gefährdungsanalyse durchzuführen und entsprechende Bereiche der Fertigung als Ex-Zonen zu deklarieren. Zu den dort erforderlichen Explosionsschutzmaßnahmen gehört es, nur Betriebsmittel mit zuverlässigem Explosionsschutz einzusetzen. Für elektrische Geräte und andere potenzielle Zündquellen bedeutet dies, dass sie so beschaffen sein müssen, dass sie selbst bei unerwarteten Ereignissen keine Explosion verursachen können. Damit sind auch bei Dichtheitsprüfungen in einer ATEX-Zone 2, etwa bei Endtests an betriebsbereit befüllten Produkten, besondere Sicherheitsmaßnahmen zu beachten. 

INFICON hat eigens für die Schnüffellecksuche in diesen Bereichen eine spezielle Schnüffelleitung namens SL3000EX entwickelt. Sie ist für den Einsatz in Ex-Umgebungen der ATEX Zone 2 ebenso zertifiziert wie für den Gebrauch in Ex-Bereichen nach NEC 501 Class 1, Division 2. Diese Schnüffelleitung verbannt alle elektrischen Komponenten des Lecksuchsystems aus der Ex-Umgebung.

Die Gewährleistung der Sicherheit ist nicht nur eine gesetzliche Vorschrift – sie schützt auch Mitarbeiter, Produktionsanlagen und Endverbraucher. Der Einsatz zertifizierter Lecksuchgeräte in Gefahrenbereichen zeugt von einem hohen Engagement für die Sicherheit am Arbeitsplatz und gewährleistet gleichzeitig die Aufrechterhaltung der betrieblichen Effizienz.

Die Auswirkungen auf die Branche

Die Klimaanlagen-Branche wird sich in den kommenden Jahren umstellen müssen. Die F-Gas-Verordnung der EU oder der Aim Act (USA) haben die Verwendung einiger der bisher üblichen Kältemittel wie R-404A und R-507 bereits stark eingeschränkt – von 2030 an wird es auch nicht mehr zulässig sein, bestehende Anlagen mit ihnen nachzufüllen. Ähnliche Vorschriften werden auch in China eingeführt. Doch auch viele Kältemittel mit einem GWP, der sich innerhalb der gesetzlichen Grenzen bewegt, haben noch hohes Treibhauspotenzial. Dabei ist es neben den regulatorischen Rahmenbedingungen auch das steigende Umweltbewusstsein von Herstellern und Verbrauchern, das den Trend zu umweltfreundlichen Kältemittelgasen antreibt. Natürliche Kältemittel wie R-290 (Propan), R-600a (Isobutan), R-717 (Ammoniak) oder R-744 (CO2) sind dabei, sich als klimafreundlichere Alternativen auf dem Markt zu etablieren und bringen unter Umständen neue Anforderungen an Dichtheit und Lecksuche mit sich.

Auch bei Wärmeanlagen spielt der wachsende Fokus auf Energiesparsamkeit und Klimaschutz eine immer wichtigere Rolle. Auch hier hat die F-Gase-Verordnung die Wärmepumpenhersteller veranlasst, traditionelle Kältemittel wie R410a, R134a und R407c mit hohen GWP-Werten durch natürliche Kältemittelgase zu ersetzen. Zudem steigt der weltweite Energieverbrauch stetig an, was neue Herausforderungen mit sich bringt. Weil Heizanlagen zu den Anlagen zählen, die die meiste Energie verbrauchen, müssen seit 2015 auch Heizkessel Energieeffizienzlabel tragen. Die Anforderungen an die Qualität und Sicherheit von Heizanlagen steigen ebenfalls immer weiter. Wenn Wasser aus einem Heizkreislauf entweicht oder Kühlflüssigkeit aus einer Wärmepumpe ausläuft, führt dies dazu, dass Heizgeräte nicht mehr reibungslos und effektiv funktionieren, was wiederum zu rufschädigenden und kostspieligen Rückrufaktionen führen kann.

In einem sich rasch wandelnden Markt ist die Lecksuche zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil geworden. Hersteller, die proaktiv moderne Methoden einsetzen, reduzieren nicht nur Risiken und gewährleisten die Einhaltung von Vorschriften, sondern festigen auch ihre Position als Marktführer bei nachhaltigen und leistungsstarken HVAC-R-Lösungen.

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